Rot-Weiß in der Lokalpresse  



 30. Juli 2010

Rot-Weiß Darmstadt will nicht brav spielen
Die Abgänge von Florian Funk und Rudi Hübner müssen kompensiert werden



 29. Mai 2010

Rot-Weiß glückt der doppelte Aufstieg
Erste Mannschaft steigt in die Hessenliga auf, die zweite Mannschaft spielt künftig in der Gruppenliga



    27. September 2007

Bald rollt der Ball bei jedem Wetter
Rot-Weiß - Neuer Kunstrasen kostet rund 440 000 Euro - Zuschüsse von Stadt und Land



    11. Juni 2007

Das Spiel dauert nicht 90 Minuten
Rot-Weiß-Team aus der Heimstättensiedlung holt Fußballpokal in der italienischen Schwesterstadt Brescia



    10. Februar 2007

RW Darmstadt auf der Überholspur
Fußball: Der Verein aus der Heimstättensiedlung strebt Aufstieg in Landesliga an – Entsteht ein Kunstrasenplatz?



10. Mai 2006

Thema Stadion-Neubau
Offener Brief des Sportkreises Darmstadt an Oberbürgermeister Walter Hoffmann



6. März 2006

Ein Sieger, den nicht jeder auf der Rechnung hat
FSV Frankfurt gewinnt E-Jugendturnier von RW Darmstadt gegen Titelverteidiger Waldhof Mannheim



20. Februar 2006

Magendrücken zum Jubiläum
Der Hessische Fußball-Verband ist 60 Jahre alt und sorgt sich um den kickenden Nachwuchs



20. Februar 2006

Weltmeisterschaft als Impulsgeber
Jubiläumstreff des hessischen Verbandes bei 
Rot-Weiß Darmstadt zur Zukunft dieses Sports – 
Dr. Zwanziger als Gast



21. Januar 2006

"Kein Mann permanenter Bürgschaften"
Neujahrsempfang: Oberbürgermeister Walter Hoffmann redet bei Rot-Weiß Darmstadt den Vereinen ins Gewissen



18. August 2005

 Pampers-Turnen“ und Fußball sind die Renner
Rot-Weiß: Sportverein kennt keine Nachwuchssorgen
Enormer Wasser- und Energieverbrauch für Rasen 
und Duschen



22. Januar 2005

„Der Solidargemeinschaft nicht nachlaufen“
Neujahrsempfang: Sportkreisvorsitzender Pfeiffer 
referiert bei Rot-Weiß Darmstadt
Abteilungsstrukturen hinterfragen



08. Januar 2005

Resultat akribischer, solider Arbeit
Rot-Weiß Darmstadt überzeugt als Neuling in 
der Bezirksoberliga – Im Kader passt es 
momentan bestens



28. Oktober 2004

Weiße Wände mit roten Fensterläden
Mitglieder bauen in Selbsthilfe „Tennishütte“ in den
Vereinsfarben



27. Juli 2004

Vom Pampersturnen bis zum Seniorentanz
Der Heimstättenverein Rot-Weiß blickt zufrieden auf 
seine Jubiläumsfeiern

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Darmstädter Echo, 27.09.2007

Bald rollt der Ball bei jedem Wetter
Rot-Weiß - Neuer Kunstrasen kostet rund 440 000 Euro - Zuschüsse von Stadt und Land

Die Fußballspieler von Rot-Weiß in der Winkelschneise werden bald bei jeder Wetterlage spielen können. Nie mehr müssen sie in der Sommerzeit auf knochenhartem Untergrund, nie mehr nach Regengüssen im Schlamm antreten.
Ein neu gelegter, nach Plastik duftender Kunstrasen, der eine Fläche von knapp 7200 Quadratmeter Fläche bedeckt, bringt neuen Schwung ins Vereinsleben. Er soll am Sonntag, 14. Oktober, nach dem um 15 Uhr beginnenden Landessiegerspiel der ersten Mannschaft gegen SG Bruchköbel ab 17 Uhr offiziell eingeweiht werden. Die vierzehn Jugend- und fünf Erwachsenenmannschaften der Fußballabteilung werden in ihren Rot-Weiß-Trikots auf den Platz laufen. Der erfahrene Kunstrasenplatzbauer und Architekt Günter Gundolf (Bensheim) hat die Verlegung des Kunststoffteppichs, der in Beschaffenheit und Aussehen einem Naturrasen nahe kommt, überwacht. Sein Vorteil ist seine Bespielbarkeit bei jedem Wetter, der Nachteil besteht in seinem hohen Preis. Rund 440 000 Euro muss Rot-Weiß dafür insgesamt aufbringen, einschließlich einer Pflegemaschine, die rund 20 000 Euro kostet. Eingespart werden auf der Gegenseite die Kosten für die aufwendige Graspflege und die ständige Bewässerung des sandigen Untergrunds. Die Stadt Darmstadt unterstützt die Umgestaltung des Fußballplatzes mit einem Zuschuss von 180 000 Euro, das Land Hessen gibt 80 000 Euro dazu, das Geld für die Abdeckung des Kredits (90 000 Euro) wird durch Zusatzbeträge der 470 Mitglieder umfassenden Fußballmannschaften aufgebracht. Pro Jahr kommen auf diese Weise zusätzliche 11 000 Euro zusammen. Hinzu kommt eine Vor-Steuer-Rückerstattung des Darmstädter Finanzamts in Höhe von 35 000 bis 40 000 Euro. Der Grund: Bei den Spielen von erster und zweiter Bezirks- und Landesliga auf dem neu angelegten Platz werden mehrwertsteuerpflichtige Eintrittsgelder eingenommen. Der Verein Rot-Weiß verfügt bereits über einen kleinen Kunstrasenplatz (40 mal 40 Meter), der allerdings nur von den Bambini und der F-Jugend bespielt wird und nicht den genormten Größen entspricht.Bilder von der Kunstrasenverlegung können im Internet unter www.rot-weiss-darmstadt.de/Bilder betrachtet werden.

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Darmstädter Echo, 11.06.2007

Das Spiel dauert nicht 90 Minuten
Jugendsport: Rot-Weiß-Team aus der Heimstättensiedlung holt Fußballpokal in der italienischen Schwesterstadt Brescia

Foto: Roman Grösser

„Der Pokal hat seine eigenen Gesetze“, sagt eine Fußballweisheit. Und daher gewinnen auch Darmstädter Fußballer einen Pokal in Italien. Die E-Jugend der SKV Rot-Weiß aus der Heimstättensiedlung war Anfang Juni zum einem Turnier in Brescia eingeladen und kam am 4. Juni mit Pokal zurück.

„Für die Kinder ein Riesending“, fand Thomas Schulz, Vater eines Spielers, denn neben Fußballspielen standen auch Besichtigungen der Basilika und des Theaters aus römischer Zeit an. „Durchaus beeindruckend“ sei auch der feierliche Empfang im fahnengeschmückten Stadtparlament von Brescia gewesen. In der E-Jugend sind die Spieler zehn bis elf Jahre alt. Ein Spiel dauert nicht 90 Minuten – da irrt der Fußballweise – sondern zwei Mal 25 Minuten. Gespielt wird auf dem so genannten Kleinfeld, das ist halb so groß wie ein normales Spielfeld. Aber die kleinen Torhüter müssen sich ganz schön strecken, denn die Tore haben die normale Größe. Bei der Rot-Weiß wird zweimal in der Woche 90 Minuten trainiert.

Die Idee zum Städtebesuch und Kulturaustausch entstand vor zehn Jahren, erinnerte sich Rot-Weiß-Gesamtjugendleiter Gerhard Göckel. Und dann wurde es einfach gemacht. „Seit rund zehn Jahren fährt die Rot-Weiß über das Amt für Städteverschwisterung nach Brescia“, sagte Göckel. „Meine Kleinen, mit denen ich damals hinfuhr, sind jetzt erwachsen.“

In Brescia spielte die E-Jugend mit beim „Mauro-Savarese-Artesi“-Gedächtnisturnier. Mauro Artesi war ein italienischer Fußballer, der im Alter von 15 Jahren nach einem Turniersieg bei einem Verkehrsunfall starb. „Die Trainer haben dieses Jahr enorme Arbeit geleistet“, fand Schulz. Die Jungen seien tatsächlich eine Mannschaft, hätten Spielkultur und ein System entwickelt, in dem auch Doppelpässe ankommen. Das habe sich auch in Brescia gezeigt. Denn am Anfang des Turniers regnete es.

„Auf dem Hartplatz stand ein Zentimeter Wasser“, berichtete Jugendtrainer Robert Reiter. „Aber wenn da eine ausgerutscht ist, haben die anderen doppelt Gas gegeben.“ Am Ende seien sogar die italienischen Zuschauer begeistert gewesen, sagte Thomas Schulz. Beide lobten die Betreuung in Brescia. Obwohl die jungen Rot-Weiß-Fußballer die einzige ausländische Mannschaft war, waren beispielsweise die Stadtführungen mit Dolmetscher und sogar die Essenmärkchen zweisprachig bedruckt. Ende der Saison wechselt die Mannschaft von der E- in die D-Jugend. Voraussichtlich nächstes Jahr wird auch eine Mannschaft vom ASC Rondinelle Brescia Darmstadt besuchen. Und für die Rot-Weiß-Jugend geht es wieder nach Brescia, denn der Preis ist ein Wanderpokal und den wollen die Kicker natürlich verteidigen. 

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Darmstädter Echo, 10.02.2007

RW Darmstadt auf der Überholspur

Fußball: Der Verein aus der Heimstättensiedlung strebt Aufstieg in Landesliga an – Entsteht ein Kunstrasenplatz?

Aller guten Dinge sind drei. Für Fußball-Bezirksoberligist Rot-Weiß Darmstadt soll das dritte – erfolgreiche – Jahr in der Bezirksoberliga verbunden sein mit der Meisterschaft. Als der nächste Höhepunkt in der Geschichte der Fußballabteilung. Die Zeichen stehen nicht schlecht, führen die Darmstädter doch zur Winterpause die Tabelle mit einem Vorsprung von vier Punkten vor dem FC 07 Bensheim an. Die erreichten 45 Zähler aus 19 Spielen sind beeindruckend. Hinzu kommen jedoch noch andere Tugenden – die treffsicherste Sturmreihe und die stabilste Abwehr der Liga. Vieles spricht dafür, dass die Mannschaft aus der Heimstättensiedlung auch am letzten Spieltag die Nase vorne haben wird.

Einmal mehr betont vorsichtig gibt sich Rot-Weiß-Spielausschuss-Vorsitzender Jörg Hettich. Ein Schelm, wer trotzdem nicht davon ausgeht, dass die Pläne für das nächste Spieljahr in der Landesliga Süd bereits fertig in der Schublade liegen. Ein wenig verrät Hettich dann doch: „Wenn es klappen sollte mit dem Aufstieg, dann werden wir uns noch einmal gezielt auf ein bis zwei Positionen verstärken. Ansonsten soll der derzeitige Kader gehalten werden.“ Attraktiv ist die Landesliga sportlich gesehen allemal. Aktuell spielen mit Viktoria Griesheim, DJK/SSG Darmstadt, FCA Darmstadt, FC Alsbach, SV Darmstadt 98 II und dem SV Erzhausen ein halbes Dutzend Mannschaften aus dem Kreis Darmstadt in der zweithöchsten Liga des Hessischen Fußball-Verbandes.

Gegenüber dem Vorjahr, als Darmstadt nach der Winterpause von Hassia Dieburg vom zweiten Rang und damit der Aufstiegsrelegation verdrängt wurde, hat das Team des neuen Trainers Stephan Adam trotz bedeutender Abgänge noch einmal an Substanz zugelegt. Florian Funk und Michael Best fanden sofort ihre Rolle im Mannschaftsgefüge, Daniel Gonzales (zuvor Rot-Weiß Walldorf) eroberte sich ebenfalls einen Stammplatz. Hinzu stießen mit Lukas Zinngrebe und dem im August von Viktoria Griesheim gekommenen Frank Hinze zwei Fußballer, die in der Offensive die Erwartungen erfüllten. So kommt Florian Funk derzeit auf 16 Treffer, Zinngrebe (9) und Hinze (8) folgen mit Abstand. Das Trio hat zusammen mehr als die Hälfte der 64 Tore geschossen.

Dennoch ist die Mannschaft schwerer auszurechnen als in der vergangenen Saison, weil die Leistungsdichte des Kaders größer geworden ist. Da erscheint der Wechsel von Sascha Götz von Viktoria Griesheim in der Winterpause zurück in die Heimstättensiedlung das i-Tüpfelchen zu sein. Immerhin war Götz in der ersten Bezirksoberliga-Saison, die Darmstadt auf Anhieb in die Aufstiegsrelegation führte, Torschützenkönig der Liga. Für den 33 Jahre alten Stephan Adam, der in Dietzenbach wohnt und bei Rot-Weiß seine erste Trainerstelle angetreten hat, käme der Aufstieg einem Traumstart gleich. Ursprünglich als Spielertrainer engagiert, hat sich der Coach bislang auf einige wenige Einsätze beschränkt. Fachlich überzeugt er durch solide Trainingsarbeit.

Ins Bild passen würde auch die mögliche Fertigstellung eines Kunstrasenfeldes im Sommer. Die Planungen laufen auf Hochtouren, Zuschüsse von Stadt, Land und anderen Quellen sind beantragt oder zugesagt. Das Projekt in einer Dimension von 400 000 Euro (so Rot-Weiß-Vorsitzender Harry Distelmann) kommt jedoch nur zustande, wenn die Fußballabteilung und ihre Mitglieder sich massiv an den Kosten beteiligen. Deshalb ist beabsichtigt, für jedes Mitglied der Abteilung einen Sonderbeitrag zu erheben, mit dem der Anteil der Fußballer geschultert werden soll. Anfang März kommt es zu einer vorgezogenen Abteilungsversammlung, um das Projekt sicherzustellen. Aufstieg und Kunstrasen – damit bliebe Rot-Weiß im Fußballkreis Darmstadt auf der Überholspur. 

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Darmstädter Echo, 10.05.2006

Offener Brief des Sportkreises Darmstadt an OB Walter Hofmann

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Hoffmann,
in den letzten Monaten wird nach unseren Beobachtungen insbesondere auch in der Presse verstärkt die Diskussion um den Stadion-Neubau geführt. Anlass unseres offenen Briefes ist das Interview mit Ihnen am 04.05.2006 im Darmstädter Echo, in dem Sie sich wiederum zu diesem Projekt äußern, insbesondere auf die Anforderungen des DFB eingehen und den Eindruck vermitteln, es ginge hier um eine Frage der Sportpolitik in Darmstadt.

Wir haben diese Frage im Vorstand des Sportkreises bereits mehrfach diskutiert und sind zu folgendem Ergebnis gekommen: Der Sport und insbesondere die Sportvereine in Darmstadt benötigen kein bundesligataugliches Fußballstadion in der Stadt.

Es mag zwar im Interesse des Vertragsspielerbereichs im SV Darmstadt 98 liegen, ein möglichst großes und komfortables Fußballstadion nutzen zu können, im Interesse der Mehrheit der Sportvereine in Darmstadt liegt dies jedoch nicht. Ein Stadion-Neubau ist deshalb nach unserer Auffassung keine Frage  der Sportförderung, sondern eine Frage der Infrastruktur dieser Stadt, nämlich der, ob eine Stadt in der Größe von Darmstadt ein solches Stadion benötigt.

Wir sind durchaus der Auffassung, dass in Südhessen der Standort einer multifunktionalen Arena sinnvoll wäre; eine multifunktionale Arena, die neben Sportveranstaltungen auch andere so genannte „Events“ durchführbar macht, wie große Konzertveranstaltungen und andere kulturelle Veranstaltungen. Wir beobachten, dass es in Hessen inzwischen eine Nordhessen-Arena in Kassel und eine Mittelhessen-Arena in Wetzlar gibt. Eine Südhessen-Arena wäre sicher das, was man sich auch aus der Sicht der südhessischen Bevölkerung wünschen könnte.

Eine solche Einrichtung wäre nach unserer Einschätzung auch über Investoren, wie bei den andern Arenen, durchaus finanzierbar. Dies würde aber bedeuten, dass man über den Standort Darmstadt hinaus ginge und dies zu einem südhessischen Mittelpunkt machen würde. Wir schlagen deshalb vor, dass Sie Gespräche mit den Bürgermeistern im westlichen Landkreis aufnehmen, um zu eruieren, ob Möglichkeiten bestehen, auf deren Gebiet eine solche Arena zu bauen. Fans des SV Darmstadt 98 hätten bestimmt keine Probleme damit, die Spiele ihrer Mannschaft in einer solchen Südhessen-Arena außerhalb der Stadt zu besuchen. Es wäre nach unserer Auffassung die einzig vernünftige und insbesondere finanzierbare Möglichkeit zur Zukunftssicherung auch des bezahlten Fußballs in Darmstadt. Alle anderen Lösungen würden die städtischen Finanzen über Gebühr beanspruchen und wären auch keine Lösungen, die zukunftssicher sind.

Eine Sanierung des Stadions am Böllenfalltor würde nach unserer Beurteilung erheblichen finanziellen Aufwand bedeuten, der zum größten Teil von der Stadt Darmstadt getragen würde. Dieser Aufwand würde in keinem Verhältnis zum Nutzen stehen. Käme es tatsächlich zu einer Südhessen-Arena in Stadtnähe, die für die Stadt Darmstadt keinen finanziellen Kraftakt bedeuten würde, weil sie wirtschaftlich so interessant wäre, dass auch tatsächlich Investoren bereit stünden, dann könnte das Stadion auch weiterhin für den Amateurspielbetrieb des SV Darmstadt 98 zur Verfügung stehen und das gesamte für den Sport genutzte Gelände, einschließlich der städtischen Sporthalle und den Sportanlagen des TEC sowie der TU Darmstadt, könnte so erhalten werden. Das Stadion könnte zurückgebaut werden und die dringenden Sanierungsmaßnahmen im Bereich der Funktionsräume des Stadions könnten dann mit überschaubarem Kostenaufwand nach dem Bedarf des Sportvereins Darmstadt 98 realisiert werden.

Wir dürfen abschließend nochmals darauf hinweisen, dass wir uns im Interesse aller Sportvereine in Darmstadt vehement dagegen wehren, dass alleine zur Darstellung des Profifußballs Millionen an Steuergeldern aufgewendet werden. Dies entspricht nicht dem Anliegen der Darmstädter Sportvereine und deren Bedürfnissen für die Zukunft. Dabei ist auch zu bedenken, dass künftig die übrigen städtischen Sportanlagen einen erhöhten Sanierungsbedarf haben, wenn sie auch weiterhin für die weit überwiegende Mehrheit der Bevölkerung, und das sind im Bereich der Stadt immerhin rund 90.000 Sportbegeisterte, zur Verfügung stehen sollen. Wir wissen zwar, dass andere Überlegungen schon weiter fortgeschritten sind, meinen aber, man könnte durchaus noch „das Ruder herumreißen“, und eine zukunfts- und nicht interessenorientierte Entscheidung fällen.

Gerne stehen wir auch zu einem Gespräch zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Sportkreis Darmstadt
Der Vorstand
Alexander Pfeiffer

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Darmstädter Echo, 06.03.2006

Ein Sieger, den nicht jeder auf der Rechnung hat
FSV Frankfurt gewinnt E-Jugendturnier von RW Darmstadt gegen Titelverteidiger Waldhof Mannheim

"Das ist der Höhepunkt des Jahres in unserer Jugendarbeit", so Turnierorganisator Bernd Künstler zum Stellenwert des Opel-Brass-Cups. Bereits zum 13. Mal richtete Rot-Weiß Darmstadt sein traditionsreiches E-Junioren-Fußballturnier in der Sporthalle am Böllenfalltor aus. Wieder war es der Rot-Weiß gelungen, ein sportlich erstklassiges Teilnehmerfeld zusammenzustellen. Diesmal schlug ein vermeintlich "Kleiner" den "großen" Namen ein Schnippchen. Der Nachwuchs des FSV Frankfurt setzte sich im Finale mit 5:3 nach Siebenmeterschießen gegen Vorjahresgewinner Waldhof Mannheim durch.

"Wir legen die Tendenz mehr auf die regionalen Teams, um auch das eine oder andere Derby zu haben. Und es ist natürlich auch ein Kostenfaktor", meint Künstler. So waren auch alle Traditionsteams aus dem Rhein-Main-Gebiet vor Ort, einzig Eintracht Frankfurt, Gewinner der Jahre 1996 und 2002 war dieses Mal nicht mit von der Partie. Der 1. FC Kaiserslautern, Karlsruher SC, 1. FC Köln und Fortuna Düsseldorf komplettierten das Teilnehmerfeld. Hier kommt auch der von Künstler angesprochene Kostenfaktor ins Spiel, da diese Teams wegen der weiteren Anreise einen Fahrtkostenzuschuss erhielten. Froh zeigte sich Künstler darüber, dass dieser über Sponsoren abgedeckt werden konnte.

Die Jungs auf dem Hallenboden boten den Zuschauern in der gut gefüllten Böllenfalltorhalle spannenden und anspruchsvollen Hallenfußball. Immer wieder bestachen sie durch technisch feine Einzelleistungen und schöne Kombinationen. Der Opel-Brass-Cup stand für E-Junioren-Verhältnisse auf hohem Niveau. Vor allem Titelverteidiger Waldhof Mannheim überzeugte. Aus den Reihen der Waldhof-Buben kam auch der beste Spieler des Turniers: Baris Atik begeisterte die Zuschauer und schoss sein Team bis ins Finale. Im Halbfinale hatte man den Rekordsieger 1. FC Kaiserslautern im Siebenmeterschießen (5:2) aus dem Cup geworfen. Nach regulärer Spielzeit hatte es 1:1 gestanden. Kaiserslautern hat den Pokal bereits viermal an den Betzenberg holen können. Der FCK dominierte den Cup, als man von 1997 bis 2000 Seriensieger war. Im zweiten Semifinale behauptete sich der Nachwuchs vom Bornheimer Hang gegen den Karlsruher SC mit 2:0, war aber im Finale gegen Waldhof Außenseiter. Im Endspiel agierten beide Teams eher zurückhaltend. Waldhof besaß leichte Vorteile und schickte sich an, seinen Titel aus dem Vorjahr zu verteidigen. Baris Atik hatte sein Team mit 1:0 in Führung gebracht, weitere Chancen nutzten die Mannheimer aber nicht zur Entscheidung. Bei einem ihrer wenigen Gegenstöße bewies der Torschützenkönig des Turniers, Okan Tastan, seine Qualitäten und erzwang mit seinem achten Turniertreffer 100 Sekunden vor Schluss ein erneutes Siebenmeterschießen. Hier hatte der FSV Frankfurt die besseren Nerven - 5:3. Der 13. Opel-Brass-Cup hatte somit einen Sieger, den vor dem Turnier nicht jeder auf der Rechnung hatte.
Platz drei sicherte sich Kaiserslautern im Siebenmeterschießen gegen den KSC. Nicht nur hier zeigte FCK-Keeper Matthias Gize, warum er zum besten Torwart des Turniers gewählt wurde. Gastgeber Rot-Weiß Darmstadt landete auf Platz sieben, gewann unter anderem sein Platzierungsspiel gegen Kickers Offenbach mit 4:2 und ließ in seiner Vorrundengruppe den 1. FC Köln hinter sich. Die Kölner waren indes nur mit ihrem jüngeren E-Junioren-Jahrgang angereist. Der SV Darmstadt 98 enttäuschte mit Rang zehn.
Seinen Blick richtete Bernd Künstler bereits auf das nächste Jahr: "Die Teams zeigten sich alle zufrieden und wir wollen den Opel-Brass-Cup in Zukunft noch weiter intensivieren."

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Frankfurter Rundschau v. 20.02.2006, S.27, Von Philipp Daum

Magendrücken zum Jubiläum
Der Hessische Fußball-Verband ist 60 Jahre alt und sorgt sich um den kickenden Nachwuchs

Als Theo Zwanziger mitten in der Podiumsdiskussion plötzlich nach Bernhard Peters gefragt wurde, verdrehte der Geschäftsführende Präsident des Deutschen Fußball Bundes (DFB) genervt die Augen. Verständlich, schließlich war Zwanziger nicht ins das Vereinsheim von Rot-Weiß Darmstadt gekommen, um über Personalfragen an der Spitze des DFB zu sprechen. Zwanziger ging es um die Zukunft des Hessischen Fußball-Verbandes (HFV). Und damit war er nicht allein. Im Rahmen einer Veranstaltungsreihe beschäftigte sich am Samstag eine Expertenrunde – darunter auch Fußball-Weltmeisterin Steffi Jones – mit der Frage, wie man den Problemen im HFV entgegenwirken könne. Gleichzeitig feierte der Verband mit dieser Mischung aus Vortrags- und Diskussionsveranstaltung sein 60-jähriges Bestehen.

In seinem Eröffnungsreferat sprach HFV-Vorstandsmitglied Walter Biba die negativen Auswirkungen der demographischen Entwicklung für den Vereinsfußball an. Bis 2020 werde die Zahl der Sieben- bis 13-Jährigen in Hessen stark zurückgehen – in einigen Bezirken sogar ganz extrem bis zu 25 Prozent. Dabei sei Nord- stärker betroffen als Südhessen. "Mit diesen veränderten Bedingungen müssen wir uns schnell auseinander setzen", sagte Biba. Dass die Zahl der Hobbyfußballer (sieben Millionen), die der im Verein registrierten (6,3 Millionen) mittlerweile übersteigt, hält Biba ebenfalls für problematisch. Der Darmstädter Bezirksfußballwart Rolf Herbold forderte deshalb eine flexiblere Ausrichtung der Vereine. "Die vielen Freizeitkicker müssen wir wieder für uns gewinnen", so Herbold. "Deshalb sollten auch wir Freizeitturniere austragen, um den Menschen das Vereinsleben wieder näher zu bringen."
Zwanziger für Eliteförderung

Dass sich aufgrund der demographischen Entwicklung in Zukunft Schwierigkeiten für den HFV ergeben werden, spürten die zahlreichen Gäste schon nach wenigen Minuten. Biba sprach sogar von einem "Kampf um die Kinder und Jugendlichen", bei dem die Konkurrenz allgegenwärtig sei. Sorgen bereitete dem HFV-Vorstandsmitglied vor allem die wachsende Zahl von privaten Fußballhallen; die werden täglich von vielen Freizeitkickern besucht. "Wenn ich aber sehe, was die an Geld verlangen, sind die Vereinsbeiträge wirklich gering." Aber auch die Ganztagsschulen könnten nach Meinung Bibas zukünftig verstärkt die Sportstätten der Vereine nutzen und damit deren Angebot verringern. Dass bereits heute ein Großteil der Jugendlichen dem Fußball nach der C-Jugend den Rücken kehrt, bezeichnete Biba als großes Problem für den Jugendfußball in Hessen. Jürgen Best, stellvertretender Verbandsjugendwart, ist der Ansicht, dass "die Ursache für dieses veränderte Freizeitverhalten nur sehr schwer herauszufinden ist". DFB-Präsident Theo Zwanziger sprach sich deshalb für eine gezielte Eliteförderung aus, um die Spitze attraktiv zu machen. Das würde einen Motivationsschub bei den vielen Kindern und Jugendlichen auslösen, die sich dann wieder mit ihren Vorbildern identifizieren können. Gleichzeitig forderte Zwanziger eine bessere Qualifikation bei den Trainern und Betreuern.

Erfreulich sei dagegen die Entwicklung im Frauenfußball. Steffi Jones (1. FFC Frankfurt) sprach von einem großen Andrang fußballwilliger Mädchen in ihrem Klub. "Die können wir kaum auffangen", so die Weltmeisterin. Jones erklärte, dass der Erfolg der Frauen-Nationalmannschaft einen großen Anteil am Boom habe. Auch Zwanziger erachtet das Erfolgsprinzip als wichtiges Kriterium für die Eigenwerbung des Fußballs. "Unser Team muss in diesem Jahr eine gute WM spielen", so der Präsident. "Dann überträgt sich der Erfolg auch auf die Menschen und vieles wird in den Vereinen einfacher werden."

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Weltmeisterschaft als Impulsgeber
Jubiläumstreff des hessischen Fußball-Verbandes bei Rot-Weiß Darmstadt zur Zukunft dieses Sports – Dr. Zwanziger als Gast

„Bewährtes bewahren, Neues wagen“: Unter dieses Motto hat der Hessische Fußball-Verband (HFV) sein sechzigjähriges Bestehen gestellt. Richtung weisend, soll der Fußball auf Dauer Sportart Nummer eins hierzulande bleiben. Neu waren die Erkenntnisse zwar nicht, die die Jubiläumsveranstaltung des HFV am Samstag bei Rot-Weiß Darmstadt lieferte. Aber es wird manchem der rund 100 Zuhörer die Augen dafür geöffnet haben, dass Neues gewagt werden muss, um auch Bewährtes zu bewahren, um es zu erhalten.



Blick in die Zukunft: "Wie geht es mit dem Fußball weiter?" war das Thema einer Jubiläumsveranstaltung des Hessischen Fußball-Verbands (HFV) am Samstag bei Rot-Weiß Darmstadt. Auf dem Podium (von links): Steffi Jones, Micael Glameyer, Rolf Herbold, Jürgen Best, Walter Hofmann, Dr. Theo Zwanziger und Hans Wichmann. (Foto: Peter Henrich)

Statt an seinem Sitz in Grünberg eine zentrale Feier zu veranstalten, geht der Verband hinaus in seine Bezirke, um mit der Basis spezifische Problematiken zu diskutieren. Darmstadt war nach Kassel die zweite Station. Fulda, Wiesbaden, Gießen/Marburg und Frankfurt folgen. „Wie geht es weiter mit dem Fußball in Deutschland und in Hessen?“ lautete das Thema in Darmstadt. Globaler, dem Tag angemessen. Am 18. Februar vor sechzig Jahren war der HFV gegründet worden. Zum Geburtstag gab sich der Geschäftsführende Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Dr. Theo Zwanziger, die Ehre. Mit Nationalspielerin Steffi Jones (1. FFC Frankfurt) saß weitere Prominenz auf dem Podium. Den Fragen von Jens-Jörg Wannemacher (Ressortleiter Sport im ECHO) stellten sich außerdem Bezirksfußballwart Rolf Herbold, der Darmstädter Kreisjugendwart Jürgen Best, HFV-Vizepräsident Hans Wichmann, Darmstadts Oberbürgermeister Walter Hoffmann und Michael Glameyer, der Geschäftsführer von „Ballance 2006“, einem Projekt zur Integration, mehr Toleranz und Gewaltvorbeugung im Fußball. Trainer Hans-Jürgen Boysen hatte kurzfristig abgesagt.

In einem einleitenden Referat zeichnete Walter Biba, HFV-Vorsitzender des Ausschusses für Qualifizierung, die Zukunft des Fußballs mittelfristig in eher düsteren Farben – vor allem rückläufiger Zahlen beim Nachwuchs wegen. Auch wenn sich der Kreis Darmstadt noch als „Insel“ fühlen dürfe (Biba), so ganz macht das Problem auch hier nicht Halt. Besonders bei den älteren Jugend-Jahrgängen. Im Kreis Darmstadt gebe es bei 48 Vereinen nur noch 18 A-Jugend-Mannschaften (79 im gesamten Bezirk), nannte Jürgen Best Fakten. Zuwachs gebe es allein bei den Mädchen. Was wohl auch daran liege, wie Steffi Jones meinte, dass man rausgehe in kleine Ortschaften, um für den Frauenfußball zu werben.

Dr. Theo Zwanziger indes wollte die Zukunft weniger skeptisch betrachten. Gleichwohl wissend, wie wichtig die Weltmeisterschaft im Juni im eigenen Land für die weitere Entwicklung ist. „Guten Fußball zu spielen, ist ganz entscheidend, die Nationalmannschaft muss Ausstrahlung haben. Ich wünsche und verspreche mir für die WM unverwechselbare Erlebnisse. Dann bleibt Fußball auch stabil Sportart Nummer eins.“ Die WM vor der Haustür – dazu da, Vorbilder zu schaffen, Impulse, Schub zu geben.

Ein Problemfeld für den Fußball ist auch, dass aktuell mehr Menschen diesen Sport „frei“ betreiben als in Vereinen. Sieben Millionen sind unorganisiert; „nur“ 6,3 Millionen spielen Fußball im Verein. Ansätze, all dem entgegen zu wirken, gibt es einige. Noch mehr Jugendförderung, Vereine als Dienstleister mit speziellen Angeboten für alle Altersgruppen („Im Verein bleibt keiner allein“), professionelle Vereinsführung (Oberbürgermeister Hoffmann: „Vereine sind kleine Wirtschaftsunternehmen“), mehr Fußball-Angebote an den Schulen. Und, und, und.

Dinge, die allerdings schon länger erörtert werden, wie Rot-Weiß-Vorsitzender Harry Distelmann für seinen Club in Anspruch nimmt. Deshalb hatte der Treff am Samstag auch eher Informationscharakter. „Man soll nicht so viel von solchen Veranstaltungen erwarten, auch inhaltlich,“ zog Michael Sobota, Darmstädter Kreisfußballwart, ein zurückhaltendes Fazit. Mit der Resonanz war er zufrieden – angesichts des Schauer-Wetters, gleichzeitiger Olympia-Übertragung und der Sportschau mit Bundesliga-Fußball. Dass die Probleme allgemein erkannt wurden, sei der erste Teil der Antwort, meinte Sobota. Dabei sei jedoch noch einiges zu hinterfragen.

Ulrich Ramge 20.2.2006

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„Kein Mann permanenter Bürgschaften“

Neujahrsempfang: Oberbürgermeister Walter Hoffmann redet bei Rot-Weiß Darmstadt den Vereinen ins Gewissen

Neujahrsempfang bei Rot-Weiß Darmstadt

Hier stoßen auf 2006 an, von Links Stadtverordnete Rita Beller, Hausherr Harry Distelmann, Oberbürgermeister Walter Hofmann, Thomas Arnold (Vors. SG Arheilgen), Sportkreis-Vorsitzender Alexander Pfeiffer und Stadtbaudezernent Dieter Wenzel (Vors. FCA Darmstadt)


Bild: Herbert Mendel

Walter Hoffmann sprach Klartext. Obwohl es ihm sichtlich schwer fiel. Nach einem artigen Prosit beim Neujahrsempfang von Rot-Weiß Darmstadt redete der Oberbürgermeister am Donnerstagabend rund 120 Gästen, darunter Vertreter aller großen Darmstädter Sportvereine, ins Gewissen. 

Rosskur statt Sektlaune: „Lassen Sie uns ehrlich miteinander umgehen. Da, wo Mist gebaut wird, muss er auch klar benannt werden.“ Unter dem Eindruck der Existenznot vieler Clubs (Hoffmann verwies auf das ECHO vom 19. Januar) bekräftigte das Stadtoberhaupt: „Ich möchte keine Zuschüsse geben für Unvernünftiges. Wir werden die Vereine bedenken, die wirtschaftlich solide und verantwortlich arbeiten.“ 

Überarbeitung der Sportförderrichtlinien, Sportentwicklungsstudie (ECHO vom 19. Januar), das Stadion am Böllenfalltor („Kein Wahlkampfversprechen. Wir müssen uns für den Standort sehr schnell entscheiden“), Sanierung des Jugendstilbades (18 Millionen Euro) sowie der letzte Bauabschnitt des Leichathletikzentrums im Bürgerpark Nord stehen 2006 oben an. „Wir machen das alles in enger Kooperation mit ihnen. Unsere Stadt bekennt sich ausdrücklich zu den Vereinen. Wir wollen Sie unterstützen. Dahinter stehe ich.“ 

Die Stadt als Partner, nicht aber als bequemer Notnagel: „Ich bin kein Mann permanenter Bürgschaften. Wir haben das gemacht (TG 75 Darmstadt 300 000 Euro). Das ist keine Zukunft. Es gibt keine weitere Bürgschaft. Sie sind Wirtschaftsunternehmen und nicht von der Stadt finanzierte Einrichtungen“, forderte er Eigenverantwortung, Zusammenrücken und Ideenwettbewerb von den Vorständen. Die Stadt werde Sorge tragen, dass Sportstätten modern und gut in Schuss sind und funktionieren – wenn nötig mit finanziellem Mehraufwand. Die Vereine forderte er auf, nicht jedem Trend nachzulaufen: „Man muss nicht alles abdecken, vielleicht auch mal den Mut haben nein zu sagen. Mein Problem als OB ist, wir dürfen keine Lösung auf Kosten anderer zulassen.“ 

Der Sportdezernent riet zur Einbindung von Fachleuten, zur Beratung durch Sportkreis und Sportamt, zur gemeinsamen Nutzung von Sportanlagen und zur Schließung unrentabler Stätten. Wenn schon keine Zusammenschlüsse, dann wenigstens gedeihliches Zusammenspiel. „Es sind viele Fehler in Vereinen passiert, wo man mehr Geld ausgibt als man einnimmt.“ Die Neufassung der Sportförderrichtlinien läuft. Ziel: Besserstellung der Clubs, die Jugendarbeit stärker fördern. „Wir diskutieren immer noch, wie viel wir verteilen können. Ist die Verteilung der Mittel noch zeitgemäß?“ 

Diese Frage beantwortete Rot-Weiß-Vorsitzender Harry Distelmann am Beispiel der Energiezuschüsse. „Seit 20 Jahren sind diese Energiezuschüsse nicht mehr erhöht worden (aber um ein Mehrfaches gestiegen). Organisierter Sport ist enorm energie- und wasseraufwendig.“ Rot-Weiß hat regiert: Nach einem Öko-Check des Landessportbundes wurde eine Heizung mit Kraft-Wärmekopplung im Vereinsheim eingebaut. In fünf Jahren soll diese Investition Geld sparen helfen.

Rot-Weiß sieht sich gut aufgestellt, spürt dennoch den aktuellen Leidensdruck. So musste der Verein im Sommer zwei komplette Fußball-Jugendmannschaften wegschicken (zur TGB Darmstadt). Distelmann: „Was an Platz nicht da ist, wir können es nicht herzaubern. Die Jugendarbeit ist das große kostspielige Objekt, da muss investiert werden.“ In seinem Verein beträgt der Anteil der Mitglieder unter 18 Jahren 40 Prozent. „Eigentlich hätten wir die Beiträge für Jugendliche auf elf Euro erhöhen müssen,“ beschrieb der Hausherr die Änderung der Beitragsstruktur: Erwachsene zahlen elf statt neun Euro. Immer noch ein Schnäppchen gemessen am Angebot von Rot-Weiß.

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Pampers-Turnen“ und Fußball sind die Renner
Rot-Weiß: Sportverein kennt keine Nachwuchssorgen – Enormer Wasser- und Energieverbrauch für Rasen und Duschen

Sportvereine waren früher Solidargemeinschaften. Wer nicht mehr aktiv mitmachen konnte, blieb dem Verein aus alter Treue wenigstens als zahlendes Mitglied verbunden oder half bei Arbeitseinsätzen mit. Das ist heute anders: Die Mitglieder kaufen mit ihrem Beitrag eine Leistung ein wie einen Laib Brot oder ein Hemd. Wenn sie ausscheiden, kündigen sie den Vertrag. Die Vereine sind gezwungen, sich immer mehr zu Dienstleistungsunternehmen zu entwickeln, was manche in die Schulden treibt.

Der Verein Rot-Weiß 1954 in der Heimstättensiedlung gehört zu den rühmlichen Ausnahmen. Rund 1300 Mitglieder, von denen etwa 80 Prozent in der Siedlung wohnen, spielen im Sportpark an der Winkelschneise Tennis, Fußball oder nehmen die weiteren Angebote in Anspruch: Turnen und Gymnastik, Breiten- und Freizeitsport, Sportkegeln, Singen, Theaterspiele.

Nachwuchsprobleme sind bei Rot-Weiß unbekannt: Zu Jahresanfang wurden 487 Kinder und Jugendliche unter achtzehn Jahren gezählt, davon 140 Kinder unter sechs. Unter jungen Müttern äußerst beliebt ist das „Pampers“-Turnen für Ein- bis Zweijährige dienstags um 9 und 11.30 Uhr unter Leitung von Chris Enders-Fuchs. Es gibt dafür sogar eine Warteliste. Selbst aus Wixhausen kommen die Mütter mit ihren Winzlingen angefahren, weil sie weit und breit kein vergleichbares Angebot finden.

Weil der Nachbarverein SG Eiche seine Fußballjugendarbeit eingestellt hat, gibt es bei Rot-Weiß einen großen Zulauf in der Fußballabteilung. Mit zwölf Jugendmannschaften (rund 180 Kinder und Jugendliche) kann Rot-Weiß in diesem Jahr mit allen Altersklassen von Bambini bis A-Jugend aufwarten. Im letzten Jahr hatte noch die B-Jugend gefehlt. Die große Nachfrage stellt die Abteilungsleiter aber auch vor Probleme, weil nur drei Fußballfelder und ein Kleinspielfeld zur Verfügung stehen, die auch von den fünf Erwachsenenmannschaften in Beschlag genommen werden.

270 Jungen und Mädchen halten sich mit Turnen fit, davon 50 in der vor 10 Jahren gegründeten, von der erfolgreichen Turnerin Meike Müller-Dorigatti aufgebauten Leistungsturngruppe. Sie bekam dafür den Ludwig-Metzger- Preis. Zuwachs verzeichnet auch die Tennisabteilung mit 70 Kindern in drei Mannschaften.

Wie alle Sportvereine hat Rot-Weiß mit steigenden Ausgaben für Nebenkosten wie Energie und Wasser zu kämpfen. Der Mitgliedsbeitrag wurde von 9 auf 11 Euro im Monat für Erwachsene und von 7 auf 8 Euro angehoben. Er deckt etwa ein Drittel der Kosten für Reparaturen, Personal und Reinigungskräfte.

„Früher“, sagt der Vereinsvorsitzende Harry Distelmann, „haben die Zuschüsse der Stadt 80 Prozent der Energiekosten gedeckt, heute reichen sie nur noch zu 50 bis 60 Prozent aus.“ Die Höhe der Energiekostenzuschüsse richte sich leider nur nach der Anzahl der Fußballplätze und der Halle, nicht nach dem aktiven Spielbetrieb.

Die Wasserrechnung ist wegen der Fußballrasenfelder, die ständig gesprengt werden müssen, und der großen Zahl der Aktiven hochgeschnellt: Für diese Sportler ist eine warme Dusche unverzichtbar. Distelmann sieht eine Möglichkeit, die Sparbremse zu ziehen, nachdem der Verein sich vom Landessportbund öko-checken ließ: „Wir überlegen, ob wir ein Blockheizkraftwerk einbauen, um die Heizkosten fürs Warmwasser zu senken“.

Er sei glücklich, dass Rot-Weiß immer noch gewisse Rücklagen habe. Das hängt mit der Vereinsgeschichte zusammen. Als die Sportanlagen 1988 gebaut wurden, halfen bis 200 Mitglieder mehrere tausend Stunden mit. Unter den damals so engagierten 60 bis 65 Jahre alten Rentnern gab es Handwerker, die alle erforderlichen Arbeiten ausführen konnten – Zimmerleute, Fliesenleger, Elektriker. Zehn Jahre brauchte der Verein daher kaum Reparaturrechnungen zu bezahlen, das war sehr praktisch.

Ein Wasserschaden im Kegelbahnkeller, hervorgerufen durch Verschleiß an den Duschanlagen, trifft den Verein jetzt besonders hart. Die Schadensbehebung wird rund 50 000 Euro kosten, höchstens 16 000 Euro will die Stadt dazu geben.

Zum Glück hat der Verein Einnahmen durch die Verpachtung der großen Gaststätte mit Biergarten und der Wohnungen an der Sporthalle. „Dadurch sind wir in der Lage, alles so gut in Schuss zu halten“, erklärt „Distelmann. 
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„Der Solidargemeinschaft nicht nachlaufen“

Neujahrsempfang: Sportkreisvorsitzender Pfeiffer referiert bei Rot-Weiß Darmstadt – Abteilungsstrukturen hinterfragen

„Wir führen hier ein kleines Unternehmen“, leitete Harry Distelmann beim Neujahrsempfang des SKV Rot-Weiß Darmstadt am Donnerstag zum inhaltlichen Teil des Abends über. Ausführlich hatte der Vorsitzende des Heimstättenvereins zuvor die anwesenden Honoratioren willkommen geheißen. Das ging zulasten der Aufmerksamkeit der rund 100 Zuhörer und der Redezeit des Referenten Alexander Pfeiffer. Die komplexe Thematik – die Vereine im „Spannungsverhältnis zwischen Dienstleistungsunternehmen und Solidargemeinschaft“ – hätte der Sportkreisvorsitzende aber in jedem Fall nur fragmentarisch behandeln können.

Den Referatstitel aufgreifend meinte Pfeiffer: „Wir laufen dem Phänomen der Solidargemeinschaft hinterher.“ Längst hätten bei den Mitgliedern andere Interessen einen höheren Stellenwert. Verbundenheit und Gemeinschaftssinn seien seit Jahrzehnten rückläufig. „Es fahren nicht umsonst acht oder zehn Autos zum Auswärtsspiel. Danach heißt es oft: Ich hab noch was anderes vor.“ Damit einher gehe die reduzierte Bereitschaft zur Mitarbeit. Dieser Tatsache müsse man sich stellen. „Jammern nützt nichts.“

Pfeiffer verweist auf die kommerzielle Konkurrenz („Die Vereine sind nicht mehr die alleinigen Sportanbieter“), warnt aber zugleich davor, das eigene Profil aufzugeben: „Wenn wir den Schwerpunkt nur auf Dienstleistung legen, sind wir beliebig ersetzbar.“ Es gelte, eine Balance zwischen Dienstleistung und Solidargemeinschaft zu gewährleisten.

Zur Konkretisierung nennt der Referent „Orientierungspunkte“. Einige klingen so neu nicht: Reagieren auf veränderte Ansprüche der Menschen. Ausbilden qualifizierter Übungsleiter. Instandhaltung und Ausbau der Sportstätten. Abbau des Negativimages der ehrenamtlichen Arbeit. Pfeiffer ermutigt die Vereine, finanzielle Unterstützung von der Politik selbstbewusst einzufordern und rät dringend, sich der Anstellung von Teilzeitkräften nicht pauschal zu verschließen.

Moderne Beitragssysteme gelte es zu entwickeln, in denen die Mitgliedsgruppen ihrer sozialen Lage angemessene Beiträge entrichten. Herkömmliche Abteilungsstrukturen sollten hinterfragt werden. „Muss für drei Badmintonspieler gleich eine Abteilung gegründet werden?“ Gerade im Wettkampfsport gelte es, Kooperationen einzugehen. Man müsse beginnen, stärker im Interesse des jeweiligen Stadtteils zu denken. Auf personaler Ebene seien Beisitzer ohne exakte Tätigkeitsbeschreibung, die ihre Funktion konsequent wörtlich verstehen („Dabeisitzen“) ein Tabu.

Walter Hoffmann, Mitglied des Bundestags und zweiter Vorsitzender der Rot-Weißen, pflichtete ihm bei: „Wenn wir Vereine uns nicht in diese Richtung bewegen, werden wir schwächer. Die Leute prüfen die Angebote sehr genau.“ Aus professioneller Perspektive ergänzte der Oberbürgermeisterkandidat der SPD – CDU-Kandidat Wolfgang Gehrke erschien ebenfalls, zog aber noch vor Beginn des Referats zum CDU-Kreisparteitag weiter: „Wir Politiker tun gut daran, dem Sport keine Zuschüsse zu kürzen.“ Dafür wolle er sich einsetzen, „da kenne ich keinen Spaß“. Beifall der Anwesenden. Kunststück.

„Auf jeden Fall“ würde er im Falle des Wahlsiegs wie schon sein Vorgänger Peter Benz das Sportdezernat selbst leiten, sagt Hoffmann später im Gespräch. Zu seinen Vorhaben zähle es, den Sportentwicklungsplan fortzuschreiben und gemeinsam mit der Sportkommission die bestehenden Sportförderrichtlinien zu überprüfen. Eine konfliktträchtige Thematik. Unpopuläre Aussagen versucht der Wahlkämpfer zu vermeiden. Verständlich.

Vorstandskollege Distelmann beklagt beim SKV Rot-Weiß (1280 Mitglieder) einen Zuwachs aktiver, bei gleichzeitigem Austritt passiver Mitglieder. Seine Erklärung dieses untypischen Trends: Es sei nicht mehr selbstverständlich, lebenslang Vereinsmitglied zu bleiben. „Der Solidargedanke geht verloren.“ Auch bei den Älteren. Geringere Mitgliedsbeiträge bei steigenden Betriebskosten seien die Folge für den Verein.

Einen konkreten Vorschlag zur Schmälerung des Etatpostens Wasser- und Energieverbrauch, der den Vereinen arg zu schaffen macht, lieferte Hans-Werner Erb, Vorsitzender des städtischen Sportausschusses. Über eine konzertierte Aktion aller Vereine könnte sich der bislang in den Kommunen unterschiedlich hohe Preis vereinheitlichen lassen. Allemal einen Versuch wert.
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Resultat akribischer, solider Arbeit

Rot-Weiß Darmstadt überzeugt als Neuling in der Bezirksoberliga – Im Kader passt es momentan bestens

Mit Fußballweisheiten ist das so eine Sache. Legt man eine der mannigfaltigen Aussagen über das sportliche Los von Aufsteigern beim Darmstädter Bezirksoberligisten Rot-Weiß Darmstadt zu Grunde, dann steht dem Verein erst in der zweiten Saison ein sportlich schwieriges Jahr ins Haus. Allenthalben gilt nämlich, dass im ersten Spieljahr, getragen von Euphorie und unterschätzt vom Gegner, ein Neuling das Ziel des Klassenerhalts eher erreicht.

Den Rot-Weißen damit zu unterstellen, man stehe nur wegen einer glücklichen Fügung auf Platz drei der Tabelle, wäre aber ungerecht. Immerhin hat sich der Aufsteiger zu Saisonbeginn nicht wie sonst üblich mit namhaften und erfahrenen Spielern verstärkt. Genau genommen hatten die Darmstädter ihren Kader mit Spielern aus unteren Klassen ergänzt. Einzig Torjäger Stephan Aster vom damaligen B-Ligisten VfB Darmstadt hat allerdings den Sprung geschafft und sich zu einer festen Größe entwickelt.

Die Gründe für den Höhenflug in der höchsten Klasse des Fußballbezirks sieht Spielausschussvorsitzender Jörg Hettich eher in dem harmonisch besetzten Kader und einer gelungenen Mischung aus jungen Spielern und erfahrenen Kräften. Um Robert Babic, Armin Lohrer und Sascha Ehwein hat der Spielausschuss gemeinsam mit Spielertrainer Rafael Sanchez ein Team zusammengestellt, das spielerisch allemal mithalten kann. Bewiesen hat Rot-Weiß das etwa mit dem Sieg beim souveränen Tabellenführer Viktoria Urberach oder zuletzt beim Auswärtserfolg in Ober-Ramstadt. Mit Ex-Profi Sanchez (SV Darmstadt 98) ist zudem ein erfolgsorientierter Trainer in der Verantwortung, der mit seinen 42 Jahren auch noch die Fußballstiefel schnürt. Dass der Erfolg kein Zufall, sondern das Ergebnis jahrelanger Planung und akribischer Arbeit ist, betont Jörg Hettich: „Es vergeht eigentlich kein Tag, an dem nicht der Spielausschuss mit Dingen rund um die Mannschaft oder die Abteilung befasst ist. Wir haben ein Konzept entwickelt, das wir konsequent und Schritt für Schritt umgesetzt haben. Dabei müssen wir mit relativ bescheidenen Mitteln auskommen“. Unbestritten, dass selbst in untersten Klassen gezahlt wird. Ob das Kind Reisekosten, Antrittsprämie, Punktebonus oder wie auch immer genannt wird: Ohne Geld geht nichts.

Das gilt auch für die Rot-Weißen. Dennoch meint man, im Vergleich zu anderen Konkurrenten mit bescheidenen Mitteln auskommen zu können. Aus der Not also eine Tugend machen. In der Heimstättensiedlung scheint es zu funktionieren. „Wir werden als Fußballabteilung vom Hauptvorstand budgetiert“, beschreibt Hettich das finanzielle Management.

Eigener Förderkreis für die Fußballer? Fehlanzeige. Der Großteil an Mitteln kommt direkt vom Verein, ein kleinerer wird von diversen, privaten Gönnern getragen. Damit klappt die Finanzierung der Mannschaft, bislang jedenfalls. Das Spielausschuss-Team um Hettich mit Bodo Mattern, Stefan Schmidt, Manfred Karrer sowie Henning Fuchs als Abteilungsleiter kompensiert die fehlenden Ressourcen mit grundsolider Arbeit in einer gut geführten Abteilung.

Dazu gehört auch die zweite Mannschaft, die ebenfalls aufgestiegen ist und derzeit Tabellenführer der Kreisliga B ist. Bislang trägt der Erfolg die Fußballer und damit den gesamten Heimstättenverein. Er scheint also planbar zu sein. Und was passiert bei einem Rückschlag? Für Jörg Hettich hat sich das Thema in seiner vierjährigen Zeit als Spielausschussvorsitzender noch nicht gestellt. Doch auch damit wird man umzugehen verstehen, gibt er sich überzeugt – zwangsläufig.
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Weiße Wände mit roten Fensterläden

Rot-Weiß: Mitglieder bauen in Selbsthilfe „Tennishütte“ in den Vereinsfarben

Rot-Weiß-Vorsitzender Harry Distelmann ist stolz auf die Tennisabteilung des Vereins. Nahezu in Eigenhilfe haben die Mitglieder ihre „Tennishütte“ hochgezogen. „Ein harter Kern von etwa fünfzehn Leuten hat tolle Arbeit geleistet, geschippt, gemauert und das Dach gedeckt“, lobt er die Aktivisten.

Die Tennisspieler des Vereins hielten ein, was sie Anfang des Jahres versprochen hatten. Die Zusage, sich mit ganzer Kraft für das Projekt einzusetzen, war für Abteilungsleiter Helmut Hemmel die Voraussetzung gewesen, Startschuss für den Bau zu geben. Ohne diese Bereitschaft wäre der Bau auch nicht zu finanzieren gewesen, denn es gab weder vom Hauptverein noch von der Stadt Zuschüsse. Viele Mitglieder und Freunde des Vereins, die handwerklich nicht so bewandert sind oder aus Zeitgründen nicht mitarbeiten konnten, halfen mit dem Kauf von Bausteinen zum Preis von 25 Euro. Die Pläne hatte ein Architekt, der Vereinsmitglied ist, kostenlos erstellt.

Bislang hatten sich die Tennisspieler mit einem Zeltaufbau begnügen müssen, der mehrfach mutwillig beschädigt wurde. „Einmal ist mit einem Messer die Zeltwand der Länge nach aufgeschnitten worden“, erinnert sich Distelmann.

Wenn sie eingeweiht ist, kann die Tennishütte, die – ganz nach den Vereinsfarben – weiß angestrichen wird und rote Fensterläden bekommt, auch von den Mitgliedern anderen Abteilungen genutzt werden. 
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Vom Pampersturnen bis zum Seniorentanz

Sport: Der Heimstättenverein Rot-Weiß blickt zufrieden auf seine Jubiläumsfeiern

250 Teilnehmer beim ersten Stadtteillauf der Heimstättensiedlung, Fußball- und Kegelturnier, mehr als tausend Besucher beim Festabend und beim Spiel- und Sportfest für Familien, nicht zu vergessen: der ökumenische Gottesdienst im Festzelt. Josef Lach und Harry Distelmann blicken zufrieden auf die anlässlich des 50-jährigen Bestehens des „Sport- und Kulturvereins Rot-Weiß Darmstadt 1954“ erzielte Resonanz. Zeigte sich doch so wieder einmal die starke Verwurzelung der Rot-Weißen in der Heimstättensiedlung.

1300 Mitglieder, Sportanlagen auf rund 30 000 Quadratmeter, ein eigenes Vereinsheim mit Gymnastikraum und Kegelbahnen, ein Angebot, das vom „Pampersturnen“ für Krabbelkinder über Turnen, Tennis, Jazzgymnastik und Jogging bis hin zur Seniorentanzgruppe reicht. Außerdem: die Theatergruppe und der Männerchor.

Josef Lach konnte nicht voraussehen, welches breite Spektrum der von ihm vor 50 Jahren ins Leben gerufene Sportverein einmal anbieten würde. Zusammen mit weiteren 60 Gründungsmitgliedern hatte der damals 34 Jahre alte Hobbyfußballer vor allem ein Ziel: den Jugendlichen in der gerade im Aufbau befindlichen Heimstättensiedlung das Fußballspielen zu ermöglichen. „Für die Belange der Jugend hatte mein damaliger Verein kein Verständnis. Also haben wir was eigenes auf die Beine gestellt“, erinnert sich der heutige Ehrenvorsitzende, der 18 Jahre lang die Geschicke der Rot-Weiß leitete.

Dabei waren die Rahmenbedingungen alles andere als optimal: Geld war knapp, das Darmstädter Stadtbild von Trümmerhaufen geprägt, in der Heimstättensiedlung versuchten gerade rund hundert aus Ungarn gekommene Familien sich eine Existenz aufzubauen. An einen eigenen Sport- oder Trainingsplatz war für den jungen Verein nicht zu denken. Unterstützung fanden die drei zu Beginn gebildeten Mannschaften – ein Erwachsenenteam, sowie eine B- und eine C-Jugend – bei den Sportkollegen von Grün-Weiß-Darmstadt. Diese gaben die Erlaubnis, den Platz in der Waldkolonie zu nutzen und „dann sind wir halt immer mit dem Fahrrad dahin gefahren“, berichtet Lach, der noch heute dankbar für damalige Unterstützung ist.

Mit dem Anwachsen der Heimstättensiedlung ging es dann auch mit Rot-Weiß stetig bergauf: 1959 wurde das erste Verbandsspiel auf dem eigenen Sportplatz „Am Pelz“ durchgeführt. Anfang der sechziger Jahre erfolgte der Umzug an die Bezirkssportanlage an der Eschollbrücker Straße, wo dann auch schon eigene Umkleidekabinen vorhanden waren. Die Frauenabteilung wurde gegründet und bescherte dem Verein weiteren Zuwachs. Seit den achtziger Jahren trainieren die Rot-Weißen auf dem eigenen Sportgelände am ehemaligen Schießplatz.

Die Zeiten haben sich geändert: Für Harry Distelmann, der seit anderthalb Jahren erster Vorsitzender ist, ist Rot-Weiß schon eher ein kleines Unternehmen. Immerhin hat der Verein zehn festangestellte Mitarbeiter, hinzu kommen rund hundert Übungsleiter und Trainer.

Für die Mitglieder fungiert der Verein zunehmend als Dienstleistungsunternehmen. „Früher sind die Leute in den Verein eingetreten und dann auch drin geblieben. Heute erklären mehr sofort ihren Austritt, wenn sie nicht mehr aktiv ein Angebot wahrnehmen“, schildert Distelmann die Situation. Auch, dass sich bei vielen Mitgliedern die Einstellung zum freiwilligen Engagement geändert hat, muss der 51 Jahre alte Distelmann hinnehmen. „Heute erwarten die Leute schon eher eine Gegenleistung für einen Arbeitseinsatz. Aber das ist bei allen Vereinen so.“

Trotz allem ist Distelmann stolz, dass Rot-Weiß seine Aufgaben „hervorragend meistert“. Die Sportanlagen sind gut in Schuss, die Ausstattung mit Turngeräten lässt andere Vereine vor Neid erblassen, auch finanziell hat Rot-Weiß keine Sorgen: Die Mitgliederzahl ist in den letzten Jahren auch bei höherer Fluktuation stabil geblieben und die Verpachtung der Gaststätte im Vereinsheim ist ebenfalls eine sichere Einnahmequelle.

Mit einem weinenden und einem lachenden Auge sieht Distelmann auch der Erweiterung der Heimstättensiedlung durch den Ernst-Ludwig-Park entgegen: Um rund tausend Personen wird die Heimstättensiedlung wachsen, und davon werden viele das Angebot von Rot-Weiß nutzen. Nur: Die Sportplätze und Gymnastikräume sind jetzt schon überlastet. „Da trainieren dann schon mal vier Mannschaften auf einem Platz“, beklagt Distelmann.

Mit der Stadt ist er deshalb schon im Gespräch über mögliche Ausweichquartiere. Er ist zuversichtlich, dass eine Lösung gefunden wird. Schließlich leiste der Verein mit seinem an Kinder und Jugendliche gerichteten Angebot auch einen Beitrag zur Drogenprävention. „Und das kann man gar nicht genug würdigen.“ 
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